Arzneimittel für die Volksrepublik

In China steigt die Zahl der Patienten mit altersbedingten Leiden. Das lässt den Pharmaumsatz explodieren

Februar 2017
Autor: Alexander Hirschle

Optische Qualitätskontrolle von Phiolen in einer pharmazeutischen Fabrik. | ©Avatar_023/ Getty Images

Chinas gesetzliches Krankenversicherungssystem ist lückenhaft und jung, die es in Anspruch nehmende Bevölkerung immer älter. Etwa ein Fünftel der Todesfälle im Alter zwischen 30 und 70 Jahre in China ist laut WHO auf vier Krankheiten zurückzuführen – Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen oder Diabetes.

Am Beispiel der Demenzkrankheit Alzheimer lässt sich die Herausforderung für das Gesundheitswesen gut verdeutlichen: Sollte künftig in China ein ähnlicher Prozentsatz der Älteren an Demenz erkranken wie in den Industrieländern, dann dürfte die Zahl der Patienten im Jahr 2040 in etwa so hoch sein, wie in allen Hochlohnländern zusammen.

»Der Bedarf an hochwertiger Medizintechnik und Pharma steigt künftig an.«

Corinne Abele, GTAI-Korrespondentin China

Hierdurch steigt die Nachfrage nach Medikamenten stark. Rund 64 Prozent des gesamten Pharmaumsatzes in China entfallen laut der International Trade Administration der USA bereits auf Generika. Im Jahr 2017 dürfte China weltweit an der Spitze stehen. Produziert werden sollen sie zunehmend im Land selbst.

Während in der Volksrepublik im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 26 Prozent mehr Medikamente verkauft wurden, legte die Einfuhr nur um 5,5 Prozent zu. Mehr als ein Viertel der Medikamentenimporte stammt aus Deutschland, dessen Lieferungen um 21,1 Prozent gestiegen sind. Damit steht Deutschland im Vergleich zu anderen Lieferanten gut da.