Atme!

Robert Heinecke und Sascha Kuntze wollen mit den Sensoren ihres Start-ups Breeze Technologies die Luftqualität verbessern. Städte und Unternehmen können so etwas für die Umwelt tun – und gleichzeitig Kosten sparen.

August 2019
Autorin: Lisa Stienen, wortwert

Die Luftverschmutzung sei die größte Umweltgefahr der heutigen Zeit, sagt die Weltgesundheitsorganisation. Jedes Jahr sterben rund sieben Millionen Menschen durch die hohe Schadstoffbelastung. Es verwundert also kaum, dass der Bedarf an Maßnahmen für bessere Luftqualität steigt und die Nachfrage nach Messtechnik zunimmt. Das haben die studierten Informatiker Robert Heinecke und Sascha Kuntze bereits vor einigen Jahre erkannt – und im Februar 2015 das Start-up Breeze Technologies gegründet.

Die Hamburger stellen Sensoren her, die eigenen Angaben zufolge wesentlich kleiner und günstiger sind als herkömmliche Luftmessgeräte. Alle 30 Sekunden erfassen die Sensoren Messwerte aus der Luft in Echtzeit – und das nicht nur draußen, sondern auch innerhalb eines Gebäudes. Die Luftmessgeräte übermitteln die Daten an eine zentrale Plattform. Dort werden die Werte dann überprüft.

Die Saubermänner: Robert ­Heinecke und Sascha Kuntze haben Sensoren entwickelt, die für bessere Luft sorgen sollen. © Jürgen Jehle/Kammann Rossi

Städte, Unternehmen, Universitäten und Organisationen wie der Naturschutzbund Hamburg arbeiten mit Breeze zusammen. Insgesamt zählt das Start-up rund 60 Kunden aus Deutschland, Österreich und Belgien. Gründer Heinecke verrät, dass es in Zukunft nicht bei den drei Ländern bleiben soll. „Wir schauen gerade sehr intensiv auf das restliche Europa und wollen unsere Aktivitäten weiter ausbauen.“ Breeze wertet unter anderem die erhobenen Daten aus und bietet einen Katalog mit 3.500 Maßnahmen an, die für eine bessere Luftqualität sorgen sollen.

Mittlerweile beschäftigt Breeze Technologies sechs Mitarbeiter und wirtschaftet profitabel. Und nicht nur Käufer sind auf die Sensoren aufmerksam geworden: Heinecke und Kuntze gewannen 2017 den Hamburger Gründerpreis und wurden im Januar 2018 in die Forbes „30 unter 30“-Liste für europäische Sozialunternehmer aufgenommen.