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In Schottland soll der erste Weltraumbahnhof Europas entstehen. In zwei Jahren könnte die erste Rakete bereits in die Erdumlaufbahn geschossen werden. Der Markt wächst rasant – und auch deutsche Firmen sind willkommen.

Oktober 2020
Autor: Marc Lehnfeld

Die Brücke des Raumschiffs Enterprise aus der TV-Serie „Star Trek“ (Nachbau auf einer Fan-Convention): Der Projektleiter des schottischen Raumfahrtprogramms trägt denselben Nachnamen wie Captain Kirk, der hier die Ansagen gemacht hat.  © Gabe Ginsberg/Getty Images

Am nördlichen Zipfel des Vereinigten Königreichs, in den schottischen Highlands, steht Captain Kirk auf einer Wiese und schaut in den Himmel. Während auf der britischen Insel fast alle an Corona und den Brexit denken, feiert Roy Kirk, Projektleiter von Space Hub Sutherland, die Zustimmung der lokalen Behörden für den Bau des ersten europäischen Weltraumbahnhofs. Schon ab 2022 könnten dort die ersten kommerziellen Satelliten per Trägerrakete in die Erdumlaufbahn transportiert werden. Mit dem sogenannten Spaceport positionieren sich die Schotten im rasant wachsenden Markt für kommerzielle Satelliten weit vorn.

Analysten des Beratungsunternehmens Euroconsult gehen davon aus, dass bis 2028 weltweit jährlich etwa 990 Satelliten im All positioniert werden. Heute sind es rund 230 pro Jahr. In der erdnahen Umlaufbahn sind die Wachstumschancen besonders groß. Deshalb dürften in den kommenden Jahren weitere Weltraumbahnhöfe wie Pilze aus dem Boden schießen.