Fernwartung statt Arztbesuch

Senioren in den Vereinigten Staaten stehen der Telemedizin offen gegenüber.

Februar 2017
Autor: Martin Wiekert

Eine Krankenschwester gibt einem Patienten ein Elektrokardiogramm (EKG). Das Gerät übermittelt die Daten an einen Tablet-Computer, der diese dann an den Arzt sendet. | © picture alliance/dpa

Der US-Markt für Telemedizin brummt. Die Zahl der chronischen Erkrankungen steigt, der Trend zu einer stärker am Patientennutzen orientierten Versorgung und nicht zuletzt der technologische Fortschritt sorgen für schnelles Wachstum. Auch die immer dringlicher werdenden Sparzwänge im US-Gesundheitswesen beflügeln die Nachfrage nach telemedizinischen Produkten und Dienstleistungen.

Gerade bei der Behandlung chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden oder Diabetes dürften telemedizinische Versorgungskonzepte künftig noch eine sehr viel stärkere Rolle einnehmen. Durch Informations- und Kommunikationstechnologie gesteuerte Patientenüberwachungssysteme, moderne Sensortechnik und smarte Dosierungs- und Pillenboxen ermöglichen bereits heute vielen Patienten ein unabhängigeres Leben. Und bei Bedarf kann in vielen Fällen auch schon die medizinische Video-Hotline helfen, um die dringendsten Probleme zu lösen.

»Als Kundenzielgruppe gewinnen die Oldies vor allem durch ihren Lebensstil an Bedeutung .«

Martin Wiekert, GTAI-Korrespondent USA

Die neuen technologischen Möglichkeiten kommen der neuen Seniorengeneration entgegen. Gerade Menschen, die so lange wie möglich aktiv bleiben wollen, gelten sie als Segen. Die meisten Babyboomer sind vielleicht weniger technikaffin als ihre im digitalen Zeitalter aufgewachsenen Nachkommen. Aber sie wissen doch sehr wohl mit modernen technischen Geräten umzugehen.

Für die Wirtschaft ergeben sich aus dieser Entwicklung beachtliche Chancen. Neben Größen wie Siemens oder GE Healthcare können in dem Markt auch viele kleinere Akteure gut mitmischen. Für Softwareentwickler, Gerätehersteller und die Anbieter verschiedenartigster Versorgungsdienstleistungen besteht dabei ein breites Absatzpotenzial.