Freier Handel: EU–Singapur

Überall ist von Handelskriegen und einer Renaissance des Protektionismus die Rede. Dabei gibt es weltweit viele Freihandelsabkommen, weitere Verhandlungen laufen. Wir stellen in einer neuen Serie die wichtigsten vor. Diesmal: Singapur.

Mai 2019
Autor: Jürgen Huster

Das Freihandelsabkommen dürfte auch in der Kneipenszene Singapurs für Auftrieb sorgen: Mit Inkrafttreten des Abkommens fallen sofort sämtliche Einfuhrzölle für Waren mit EU-Ursprung weg, unter anderem auf Bier. © Tuul & Bruno Morandi/laif

Das Abkommen:

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Singapur ist das erste unterzeichnete bilaterale Abkommen zwischen der EU und einem Mitgliedstaat der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean. Das Abkommen wird künftig verbesserte Marktzugangschancen für EU-Unternehmen auf einem der dynamischsten Märkte Südostasiens bieten. Darüber hinaus ist das Abkommen ein erster Schritt auf dem Weg zu einem Freihandelsabkommen der EU mit der gesamten Asean.

So werden Ein- und Ausfuhr erleichtert:

Nach Inkrafttreten des Abkommens werden sofort sämtliche Einfuhrzölle Singapurs für EU-Waren wegfallen. Die EU schafft im Gegenzug Zölle für viele Waren aus Singapur ab. Für die restlichen Waren wie bestimmte Textilien und Teppiche, Sportschuhe, Fahrräder sowie einige landwirtschaftliche Erzeugnisse werden die Zölle stufenweise innerhalb eines Zeitraums von drei bis fünf Jahren abgebaut. Außerdem sieht das Abkommen den Abbau von nichttarifären Handelshemmnissen vor. So sollen Prüfverfahren bei technischen Vorschriften sowie Pflanzenschutz- und Lebensmittelregelungen anerkannt werden.

Das sind die Besonderheiten:

Von den Zollsenkungen profitieren ausschließlich Ursprungserzeugnisse der Vertragspartner. Das sind Waren, die entweder in einem Vertragsstaat vollständig gewonnen oder hergestellt werden oder einen bestimmten Anteil an Vormaterialien ohne Ursprung aus Drittstaaten nicht überschreiten. Als Nachweis gilt eine Ursprungserklärung eines von der Zollverwaltung des Exportlandes ermächtigten Ausführers auf der Handelsrechnung.

So ist der Stand:

Das Freihandelsabkommen wurde anlässlich des Asien-Europa-Treffens in Brüssel am 19. Oktober 2018 unterschrieben. Das Abkommen wird nach Zustimmung des Europäischen Parlaments und nach Abschluss des Ratifizierungsverfahrens in Singapur voraussichtlich in diesem Jahr in Kraft treten.

Quelle: GTAI-Recherchen

Service & Kontakt