Freier Handel: EU–Südkorea

Überall ist von Handelskriegen und einer Renaissance des Protektionismus die Rede. Dabei gibt es weltweit viele Freihandelsabkommen, weitere Verhandlungen laufen. Wir stellen in einer  Serie die wichtigsten vor. Diesmal: EU – Südkorea.

Juli 2019
Autor: Klaus Möbius

Vom Freihandelsabkommen der EU mit Südkorea profitiert auch die Modebranche – und die Fashion Week in Seoul (Foto). Dank des Abkommens können Textilien und Bekleidung zollfrei gehandelt werden. © picture alliance/Photoshot

Das Abkommen:

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea ist seit dem 1. Juli 2011 in Kraft. Es war das umfassendste, das die EU bis dahin abgeschlossen hatte. Beim Abkommen geht es nicht nur um den Abbau von Zöllen, sondern auch um die Anerkennung von Normen und Zertifizierungen.

So werden Ein- und Ausfuhr erleichtert:

Der vereinbarte Zollabbau ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Die Zölle auf zahlreiche gewerbliche Waren, wie zum Beispiel Kfz-Teile, Textilien und Bekleidung, wurden sofort nach dem Inkrafttreten abgeschafft. Seit dem 1. Juli 2016 sind sämtliche gewerbliche Waren zollfrei. Bei Agrarwaren erfolgt der Zollabbau stufenweise bis zum Jahr 2026. Für einige Waren wie Molkereierzeugnisse gelten jährlich steigende Einfuhrkontingente. Reis ist von dem Abkommen ausgeschlossen.

Das sind die Besonderheiten:

Das Freihandelsabkommen mit Südkorea sieht anders als frühere Abkommen keinen förmlichen Ursprungsnachweis mehr vor. Stattdessen gibt es eine Ursprungserklärung, die der Exporteur auf einem Handelspapier wie einer Rechnung oder einem Frachtbrief abgeben muss. Nur mit dieser Ursprungserklärung ist eine zollfreie Einfuhr in Korea bzw. in der EU möglich.

So ist der Stand:

Das Abkommen ist besonders aus europäischer Sicht eine Erfolgsgeschichte. Im Vergleich zu 2010, dem letzten Jahr vor Inkrafttreten des Abkommens, stiegen die koreanischen Ausfuhren in die EU 2017 von 38,6 auf 50,0 Milliarden Euro, die Ausfuhren der EU nach Südkorea von 28,0 auf 49,5 Milliar­den Euro. Zwar hängt die Warenstromentwicklung von vielen Faktoren ab und kann nicht allein mit dem Zollabbau erklärt werden. Nichtsdestotrotz legen die Daten nahe, dass das Freihandelsabkommen funktioniert.

Quelle: GTAI-Recherchen

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