Freier Handel: Nafta wird USMCA

Überall ist von Handelskriegen und einer Renaissance des Protektionismus die Rede. Dabei gibt es weltweit viele Freihandelsabkommen, weitere Verhandlungen laufen. Wir stellen in einer neuen Serie die wichtigsten vor. Diesmal: Nafta/USMCA

Februar 2019
Autorin: Susanne Scholl

Nachgebessert: Mexikos damaliger Präsident Enrique Peña Nieto, US-Präsident Donald Trump und Kanadas Premierminister Justin Trudeau (von links) unterzeichnen das neue Freihandelsabkommen USMCA. © picture alliance/AP Photo

Das Abkommen:

Das North American Free Trade Agreement (Nafta) zwischen den USA, Kanada und Mexiko besteht seit 1994. Es hat eine hohe Bedeutung für deutsche Autobauer und ihre Zulieferer. US-Präsident Donald Trump hatte es zu einem seiner Wahlkampfziele gemacht, Nafta neu zu verhandeln. Grund: Aus seiner Sicht waren die Ursprungsregeln zu großzügig, insbesondere im Kfz-Sektor, und der Schutz geistigen Eigentums reichte nicht aus. Auf Initiative der USA haben die Vertragsparteien nun ein neues Abkommen ausgehandelt: das United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA).

So werden Ein- und Ausfuhr erleichtert:

Produkte mit Ursprung in einem dieser Länder konnten schon bei Nafta innerhalb der Zone zollfrei gehandelt werden. Voraussetzung: Die Produkte enthalten einen bestimmten Anteil an Materialien mit Ursprung in der Nafta, den sogenannten regionalen Wertschöpfungsanteil (Regional Value Content).

Das sind die Besonderheiten:

Schon das bestehende Nafta-Abkommen geht inhaltlich weit über den Abbau von Zöllen hinaus. Die Vertragspartner haben etwa vereinbart, technische Handelshemmnisse zu beseitigen, etwa Produktstandards anzugleichen.

So ist der Stand:

Mit USMCA steigt der regionale Wertschöpfungsanteil im Kfz-Sektor von 62,5 Prozent auf bis zu 75 Prozent, es gilt ein Mindestlohn von teilweise 16 US-Dollar. Für chemische Produkte und Stahl gelten künftig strengere Ursprungsregeln. Darüber hinaus soll das USMCA den Schutz des geistigen Eigentums verbessern. Das Abkommen soll zunächst für 16 Jahre gelten. Die Vertragsparteien sollen das Abkommen nach sechs Jahren überprüfen und gegebenenfalls um weitere 16 Jahre verlängern können. Es wurde am 30. November 2018 während des G20-Gipfels in Buenos Aires von den drei Staatschefs unterzeichnet. Die Abstimmung im US-Kongress könnte im Frühjahr oder Sommer 2019 stattfinden.

Quelle: GTAI-Recherchen

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