Grenzüberschreitende Stromleitungen

Um Strom aus erneuerbaren Energien zu verbrauchen, werden Stromnetze immer komplexer und dichter. Immer mehr grenzüberschreitende Ausbauprojekte entstehen.

Das GTAI-Online Special: Grenzüberschreitende Stromnetzprojekte weltweit im Blick. ©Adobe

Was braucht es zu einer klimaneutralen Stromversorgung? Als erstes denkt man natürlich an Photovoltaikanlagen. Man denkt an Windparks an Land und auf See. Doch die Kraftwerkskapazitäten sind nur eine Seite der Medaille. Genauso wichtig ist die Modernisierung von Stromnetzen.

Konventionelle Gas-, Kohle und Atomkraftwerke produzieren stetig eine gleiche Menge an Energie. Für das Stromnetz ist das deutlich weniger herausfordernd. Hier kann der Strom wie auf einer breiten Einbahnstraße vom Kraftwerk zum Erzeuger fließen, sei es zu Industriekunden oder zu kommunalen Versorgern, die sich an die Verteilung des Stromes an private Haushalte machen.

Heute und in Zukunft erfolgt die Stromerzeugung viel dezentraler. Die Kraftwerke sind im ganzen Land verteilt: ein paar Kilowatt an Leistung kommen vom Dach eines Privathauses, einige Megawatt vom Solarpark auf einer Industrieanlage oder einem Bauernhof und ein sehr hohes Leistungsvolumen kommt aus einem Offshore-Windpark in der Ostsee. Um diese Leistungen zusammenzubringen, braucht der Strom eine deutlich komplexere Straßenführung als bei den zentralen Kraftwerksblöcken. Die breite Einbahnstraße reicht nicht mehr. Es braucht Ampeln, Kreuzungen und Umgehungsstraßen.

Solar und Wind haben zudem vom Wetter abhängige Tief- und Spitzenwerte in ihrer Stromerzeugung. Um die Versorgung überall zu gewährleisten, muss Strom immer wieder über weite Strecken transportiert werden.

Insgesamt muss das Stromnetz also zu einem deutlich dichteren Gewebe werden. Um klimaneutral erzeugten Strom zu verbrauchen, braucht es überall neue und besser steuerbare Leitungen.

Vermehrt müssen diese Leitungen auch Grenzen überschreiten. Verbindungspunkte zwischen dem Stromnetz zweier Länder nennt man Interkonnektoren. Der Ausbau von Interkonnektoren ist ein guter Indikator dafür, wie die Energiewende in verschiedenen Ländern voranschreitet.

In einer Textsammlung nimmt Germany Trade and Invest weltweit Interkonnektorenprojekte in den Blick. Zudem werden die größten strompolitischen Herausforderungen von 14 Ländern analysiert.“

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