»Griechenland hat in den vergangenen Jahren enorme Reformen umgesetzt.«

Interview mit Athanasios Syrianos, Vorstandsvorsitzender der griechischen Brauerei Hellenic Breweries of Atalanti.

April 2021

 

Athanasios Syrianos ist Vorstandsvorsitzender der griechischen Brauerei Hellenic Breweries of Atalanti, die im ­Coronajahr 2020 rund zehn Millionen Euro investiert hat. ­Athanasios Syrianos erklärt im Interview mit Markets International, was sein Land für Investoren tut.

Markets International: Herr Syrianos, Sie investieren trotz der Coronakrise?

Athanasios Syrianos: Wir haben auch während der griechischen Wirtschaftskrise 29,8 Millionen Euro in neue Produktionslinien für Alugetränke­dosen und Bierglasflaschen investiert. Auch in der Krise hat man die Chance, durch die Erweiterung des Produktspektrums und digitale Lösungen wettbewerbsfähiger zu werden.

Wie beurteilen Sie das Investitionsklima im Land?

Griechenland hat in den vergangenen Jahren enorme Reformen umgesetzt: in der Digitalisierung des öffentlichen Dienstes und beim Abbau der Bürokratie, zum Beispiel bei der Gründung und Ansiedlung von Unternehmen. Auch wurden die Steuern auf die Unternehmensgewinne sowie die Arbeitgeberkosten gesenkt. Eine Taskforce auf Ministerebene soll große Investitionen beschleunigen.

Wo gibt es Verbesserungsbedarf?

Die KMU haben zu wenig Liquidität, weil Banken bei Finanzierungen zurückhaltend sind. Außerdem müsste die Regierung etwas dagegen tun, dass Gerichtsverfahren so langwierig sind, und das Wirtschaftsrecht kodifizieren, das heißt, alle zwischenzeitlichen Änderungen der Gesetzestexte in einem einheitlichen Werk zu veröffentlichen.

Würden Sie deutsche Unternehmen ermuntern, in Griechenland zu investieren?

Griechenland bietet sich auch dank seiner geopolitischen Position und den klimatischen Bedingungen für Investitionen in vielen Sektoren an. Investoren müssen zukunftsorientiert denken: Schrittweise wird sich die Lage normalisieren und verbessern.

© privat

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