Gute Startposition

Die Staaten am Persischen Golf bereiten sich auf die Zeit nach dem Erdöl vor und arbeiten an einem neuen Image. Sie setzen auf Großveranstaltungen, Wasserstoffwirtschaft, Social Media – und organisieren sogar Weltraummissionen.

Juni 2021
Autorin: Heena Nazir

Ein Einwohner von Dubai vor einem Bild des Mars: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben im Juli 2020 eine Sonde zum Roten Planeten geschickt. Sie wären die fünfte Region der Erde, die die Marsumlaufbahn erreicht, nach den USA, Russland, der EU und Indien. © Francois Nel/Staff/Getty Images

Nach sechs Jahren Planung war es im Juli 2020 so weit: Eine H-IIA-Trägerrakete startete vom japanischen Raumfahrtzentrum Tanegashima, an Bord die Marssonde al-Amal (arabisch für Hoffnung), das erste Raumfahrzeug eines arabischen Landes. Heimathafen: die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Sieben Monate später, im Februar 2021, erreichte sie den Roten Planeten.

Al-Amal soll das Wettersystem des Mars erforschen. Knapp zwei Jahre lang sammeln Messinstrumente Daten zur Atmo­sphäre und zum Klima. „Die Marsmission der Emirate ist ein starkes wirtschaftspolitisches Signal“, sagt Oliver Oehms, CEO der Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer. „Die VAE machen große Fortschritte bei der Entwicklung von lokaler Wertschöpfung, insbesondere in Hightechsektoren.“

Und als wäre eine Weltraummission noch nicht modern genug, ist die emiratische Raumfahrt auch noch weiblich. In vielen Schlüsselpositionen sitzen Frauen. Die 34-jährige Sarah Al-Amiri ist stellvertretende ­Projektmanagerin und wissenschaftliche Leiterin der Marsmission. Das benachbarte Dubai plant derweil den Bau eines autonomen Mondrovers, der 2024 den Erdtrabanten erkunden soll. Er soll Dubais Beitrag zu dem Vorhaben werden, in weniger als 100 Jahren menschliches Leben auf dem Roten Planeten zu ermöglichen. Ende 2021 will Dubai die Aufträge für den Bau der sogenannten Mars ­Science City erteilen. Gesamtwert des Projekts: 135 Millionen US-Dollar.