Innere Werte

Das Start-up Core Sensing hat kabellose Sensoren entwickelt, die nicht mehr manuell an Bauteile angebracht, sondern direkt in deren Innerem verbaut werden, und mit der kompletten Fabrik vernetzt werden können. Potenzial gibt es vor allem im Maschinenbau und bei Nutzfahrzeugen.

August  2020
Autorin: Celine Schäfer, wortwert

In modernen Antriebssträngen von Anlagen und Maschinen sind Echtzeitdaten unverzichtbar: Sie zeigen, ob der Motor einwandfrei läuft, wo Maximalkräfte wirken und wie stark die Kupplung beansprucht wird. Die Daten stammen von Sensoren, die herkömmlicherweise manuell an Bauteilen angebracht werden – was nicht nur für viel Aufwand sorgt, sondern obendrein auch teuer ist.

Martin Krech kennt sich mit diesem Problem bestens aus, denn er hat zum Thema Sensorintegration promoviert. Im Jahr 2016 hatte er bereits eine erste Idee für kabellose Sensoren, die sich direkt im Inneren einer Antriebswelle oder anderen Rohren verbauen lassen. Die Idee hat Potenzial, denn integrierbare Messsensoren gab es bis dato nicht.

Also gründete Krech drei Jahre später gemeinsam mit seinem Bruder Simon sowie Markus Hessinger und Arthur Buchta Core Sensing. Die Besonderheit an ihrem Produkt: „Unsere Sensoren senden die Messergebnisse via Bluetooth in Echtzeit an eine App auf dem Smartphone“, sagt Simon Krech.

Die Brüder Martin (ganz links) und Simon Krech (ganz rechts) haben gemeinsam mit Markus Hessinger (2. von links) und Arthur Buchta kabellose Sensoren entwickelt. © Jürgen Jehle/Kammann Rossi

Die Sensoren fungieren quasi als Schnittstelle für das Internet der Dinge und legen damit den Grundstein für eine moderne Fertigung. „Aus einer klassischen Antriebswelle wird dank unserer Sensoren ein smartes Bauteil, das seinen Wartungsbedarf proaktiv mitteilt“, sagt Krech. Algorithmen werten die Daten dann auf dem Smartphone aus. Core Sensing arbeitet mit namhaften Maschinenbauern zusammen, etwa dem Kupplungshersteller R + W. Der liefert auch ins Ausland. Ein Chance für die Gründer. „Wir wollen uns auf dem internationalen Markt noch stärker etablieren“, sagt Krech. Die Marschrichtung für die kommenden Jahre ist also gesetzt.