Konsumgüter für kinderlose Singles

Weil es mehr Einpersonenhaushalte gibt, sind Convenience-Produkte gefragt.

Februar 2017
Autor: Alexander Hirschle

Kühlschrank  mit Convenience-Produkten in einem Supermarkt | © pixabay

Die Bevölkerung Südkoreas wird immer älter, die Menschen bleiben häufiger zu Hause und unternehmen mehr allein. Der Trend kann auf eine kurze Formel gebracht werden: OHA – Old, Home and Alone! Wer in Zukunft Konsumgüter in Südkorea verkaufen will, sollte das im Auge behalten – dann bieten sich ihm enorme Absatzchancen.

So steigt die Zahl der Haustiere als Familienersatz in Südkorea rapide an. Auch Convenience Stores sind beliebt, deren Umsätze 2015 um knapp 32 Prozent nach oben schossen. Die Verkäufe von Fertiggerichten stiegen in einigen Ketten im Jahr 2015 um fast 30 Prozent an. Auch Verpackungen und Verpackungsmaschinen dürften so künftig höhere Absatzraten erzielen. Die Möbelindustrie muss sich darauf einstellen, dass Kunden künftig kleinere und praktischere Möbelstücke wünschen. Pflegeheime müssen ihre Kapazität erhöhen.

»Immer mehr Ältere sind alleinstehend und daher empfänglich für Convenience-Produkte.«

Alexander Hirschle, GTAI-Korrespondent Südkorea

Kosmetika, Pharmazeutika und Medizintechnik für ältere Menschen werden häufiger nachgefragt werden. Die „Silberindustrie“ Südkoreas wächst zweistellig, das hat ein im Mai 2016 veröffentlichter Report des Hyundai Research Institute ergeben. Derzeit liegt ihr Umsatz bei umgerechnet 21,8 Mrd. Euro. Bis 2020 soll sich der Markt auf 63 Mrd. Euro fast verdreifachen.

Die gute Nachricht: Weil sich Deutschland seit Jahren mit ähnlichen Phänomenen auseinandersetzt, haben viele deutsche Firmen solche Lösungen und Produkte bereits im Angebot – die sie nun in Südkorea auf den Markt bringen können.