»Bangladesch will sich unabhängiger vom Textil­sektor machen – eine große Herausforderung.«

Dezember 2022
Boris Alex, Neu Delhi
Twitter: @GTAI_de

Welche Pläne verfolgt die Regierung mit ihrer Wirtschaftspolitik?

Diversifizierung ist das Motto. Künftig sollen Branchen wie Kfz, Pharmazie, Maschinenbau und IT stärker zum Wirtschaftswachstum beitragen. Mit Steuersenkungen für alle exportorientierten Unternehmen will die Regierung die starke Abhängigkeit vom Textilsektor verringern. Zudem sollen die Standortbedingungen für ausländische Investoren verbessert werden. Ziel ist es, produzierende Unternehmen anzusiedeln und Industriearbeitsplätze zu schaffen.

Inwiefern könnte sich der Markt in naher Zukunft für deutsche Exporteure lohnen?

Deutschland konnte im Jahr 2021 seine Exporte nach Bangladesch um 40 Prozent auf 745 Millionen Euro steigern. Bei einem Markt mit 166 Millionen Einwohnern ist das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Knapp die Hälfte der Exporte waren Maschinen. Hier bietet das Land allein schon wegen der geplanten Infrastrukturprojekte Absatzpotenzial. Auch Verpackungsmaschinen und Medizintechnik sind gefragt.

Woher kommt das Kapital?

Die USA führen zwar die Statistik der wichtigsten Investoren an, doch in den vergangenen Jahren haben China, Japan und Südkorea ihr Engagement in Bangladesch stark ausgebaut. Viele Großprojekte werden oft auch gemeinsam mit multilateralen Geldgebern wie der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank mitfinanziert.