»Der Weg aus der Krise führt in Schweden über Nachhaltigkeit und Innovationen.«

Februar 2021
Michał Woźniak/Stockholm
Twitter: @GTAI_de

Wie entwickelt sich das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr?

Mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um weniger als 3 Prozent, bremste das erste Coronajahr Schweden im europäischen Vergleich relativ sachte ab. Entsprechend wird der Rebound nicht die fabelhaften Werte einiger EU-Mitglieder erreichen. Dennoch dürfte in der zweiten Jahreshälfte 2021 – zumindest monatsweise – das Vorkrisenniveau erreicht werden. Der Aufschwung soll dabei auf breitem Fundament bauen: Sowohl Privatkonsum, als auch Unternehmensinvestitionen sollten um 3 bis 4 Prozent zulegen, die Staatsinvestitionen sogar um den doppelten Wert.

Welche Branchen entwickeln sich derzeit besonders gut? Welche schlechter – und warum?

Da der Exportanteil der schwedischen Unternehmen noch etwas höher liegt als ihrer deutschen Kollegen, wird das Tempo der Aufholjagt zu großen Teilen von der bisher recht labilen Weltkonjunktur abhängen. Schnell zu fangen scheinen sich bisher Kapitalgüterhersteller, allen voran die Holzindustrie, Kunststoffanbieter, die Metallbranche sowie der Maschinen- und Kfz-Bau. Ihr Wachstum dürfte allerdings mittelfristig auf besserer Kapazitätsauslastung basieren. Ambitioniertere Investitionspläne hegen laut Umfragen einzig die Papier-, Metall- und Kunststoffbranchen.

Inwiefern könnte sich der Markt in naher Zukunft für deutsche Exporteure lohnen?

Der schwedische Fokus auf Qualität und Nachhaltigkeit wird sich in den kommenden Jahren nur stärken. Im Sinne der Effizienzsteigerung und des Umweltschutzes stoßen jegliche Innovationen auf offene Ohren der technikbegeisterten Nordfrauen und -Männer. Zudem erfreuen sich deutsche Produkte hohen Ansehens und Vertrauens.

Allerdings sollten Markt-Neueinsteiger einen längeren Atem mitbringen: Partnertreue sowie Einkaufspatriotismus sind fester Bestandteil des schwedischen Wirtschaftslebens und ihr Aufbrechen verlangt intensiver Überzeugungsarbeit.