»Der größte Kapitalmagnet ist die Zellstoffindustrie, große Hoffnungen ruhen auf dem Export von Cannabis.«

Februar 2021
Carl Moses/Buenos Aires
Twitter: @GTAI_de

Welche Branchen entwickeln sich derzeit besonders gut, welche schlechter?

Die Agrarindustrie ist seit jeher der wichtigste Devisenbringer im Land und hat auch für die kommenden Jahre gute Perspektiven. Uruguays Hauptkunde China ist relativ gut durch die Coronakrise gekommen, die Wirtschaft dort wächst bereits wieder kräftig. Der Fremdenverkehr hat am stärksten unter der Pandemie zu leiden, denn die Grenzen blieben in der laufenden Saison weitgehend geschlossen.

Eignet sich das Land auch als Produktionsstandort für deutsche Unternehmen?

Jede Produktion muss auf den Export zielen, mindestens in den Mercosur, besser noch darüber hinaus. Bei Autozulieferern funktioniert das recht gut. Das ganz große Rad könnte Uruguay mit grünem Wasserstoff drehen, wenn es gelingt, Technologiepartner und potenzielle Großabnehmer wie Deutschland zu überzeugen.

In welche Branchen fließt derzeit das Kapital von Investoren?

Seit Jahren vor allem in die Zellstoffindustrie. Große Hoffnungen ruhen auf dem zukünftigen ­Export von Cannabis. Uruguay hat den Anbau als erster Staat weltweit legalisiert.