Masterplan Übergabe

So regelte die Christoph Kroschke GmbH die Unternehmensnachfolge

Philipp Kroschke (42), Diplom-Kaufmann, Sprecher der Geschäftsführung der Christoph Kroschke GmbH

Er kümmert sich neben der Gesamtleitung vor allem um den Vertrieb und die Standort­­organisation des Unternehmens. Mit einem langjährigen Partner hat er das Auslandsvehikel Deutsche Kennzeichen Technik (DKT) ins Leben gerufen, einen Hersteller von Kfz-Kennzeichen und Verkehrszeichen aller Art zum Export in alle Welt.

Felix Kroschke (32), Diplom-Betriebswirt, Jurist, Geschäftsführer Christoph Kroschke GmbH

Er hat in Großbritannien studiert und auf BWL noch Rechtswissenschaften draufgesattelt. Heute ist er für ­Unternehmensentwicklung und Finanzen zuständig und treibt das Feld Unternehmensbeteiligungen im ­­ In- und Ausland voran.

Im Jahr 1957 gründen die Eltern von Christoph Kroschke eine kleine Kennzeichenprägestelle in Braunschweig. Kroschke übernimmt die Firma Anfang der 1980er-Jahre, da ist er gerade 23. Er macht das Unternehmen groß: Heute beschäftigt die Kroschke Gruppe rund 1.900 Mitarbeiter und erzielt 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Die eigene Nachfolge plant er frühzeitig: Philipp lernt das Geschäft von der Pike auf und durchläuft sieben Jahre lang alle Bereiche im Unternehmen, bis er 2012 in die Geschäftsführung eintritt. Später holt er seinen jüngeren Bruder Felix dazu, der bereits seit 2015 als Assistent seines Vaters Beteiligungsthemen in der Kroschke Holding betreut. Seit 2017 leiten PK und FK das Unternehmen gemeinsam.

Nachfolge mit Ansage: Philipp (links) und Felix Kroschke leiten seit dem Jahr 2017 gemeinsam in dritter Generation das gleichnamige Familienunternehmen für Kfz-Kennzeichen und -Zulassungsdienste und die eben­falls zur Kroschke Gruppe zählende Deutscher Auto Dienst GmbH. Die Entscheidung hatte die Familie lange vorbereitet. Vater Christoph Kroschke ist ­68 Jahre alt. Seitdem beide Söhne in der Geschäftsführung sind, zieht er sich Stück für Stück aus dem operativen Geschäft zurück – und die Söhne treiben unter anderem die Internationalisierung voran.

Der Junge übernimmt das Ruder: Seit dem Jahr 2017 beschränkt sich Seniorchef Christoph Kroschke auf die beratende Funktion, für das operative Geschäft sind nun seine Söhne zuständig. „Irgendwann war es einfach an der Zeit, die Verantwortung abzugeben“, sagt er. Für die beiden Juniorchefs war es manchmal schwierig, gegenüber ihrem Vater für ihre Meinungen einzustehen. „Der eine muss loslassen, der andere muss sich freischwimmen und das eigene Profil schärfen“, sagt Philipp Kroschke. „Dieses fast schon natürliche Thema findet sich wohl in den meisten Familienunternehmen wieder, sobald die Stabübergabe begonnen hat.“

Der Rat des Vaters bleibt wichtig: Die Brüder fragen „CK“ nach wie vor gern um Rat, vertrauen bei einigen Themen voll und ganz auf seine Expertise und nutzen sein Netzwerk. „Ich habe im Laufe der Jahre viele Kontakte im Ausland geknüpft“, berichtet Christoph Kroschke, und Sohn Felix ergänzt: „Dieses Netzwerk über Europa hinaus erweitern und verdichten wir zunehmend, um die Internationalisierung der Kroschke Gruppe weiter voranzutreiben.“

© Jan Ladwig

Zurück zum Artikel „Zukunft? Sicher!“