Osterweiterung

Die Berliner Things move China GmbH berät Firmen aus Deutschland und ganz ­Europa beim Markteintritt in China. Darüber hinaus können Firmen ihre Produkte auf der E-Commerce-Plattform DONGXii direkt an chinesische Endkunden verkaufen.

Februar 2019
Autorin: Anna Friedrich, wortwert

Der chinesische E-Commerce-Markt ist der größte weltweit, aber auch einer der schwierigsten. Viele chinesische Webshops verkaufen Plagiate, und wer bei seriösen Anbietern wie Alibaba gelistet werden will, zahlt hohe Gebühren. Dazu kommt die Sprachbarriere. „Viele Firmen sind unsicher“, weiß Miriam Theobald, die BWL und Chinesisch studierte und großer Chinafan ist. Gemeinsam mit Marcel Münch und David Ruisinger gründete sie 2016 die Things move China GmbH, um Firmen den Start im Reich der Mitte zu erleichtern.

Das Start-up hat dazu die E-Commerce-Plattform DONGXii entwickelt, auf der mehr als hundert Firmen ihre Produkte an chinesische Endkunden verkaufen. Dong bedeutet auf Chinesisch Osten, Xi Westen. Die Idee der Gründer: Unternehmen verkaufen Naturkosmetik und Nahrungsergänzungsmittel, denn diese Produkte kommen bei Chinesen besonders gut an. Hersteller können die DONGXii-Infrastruktur in ihre Bestellprozesse einbinden und erhalten unmittelbaren Zugang zur internationalen Zahlungsabwicklung, zum Kundenservice für chinesische Konsumenten, zu Logistik und Zollprozessen. Theobald und ihr Team von zehn Mitarbeitern begleiten den Prozess.

Doch nicht nur Naturkosmetik- und Nahrungsergänzungsmittelanbieter können die Dienste der Things move China GmbH in Anspruch nehmen. Theobald und ihr Team beraten Unternehmen sämtlicher Branchen und entwickeln mit ihnen Strategien für den Markteintritt. Wer seine Produkte online in China verkaufen möchte, kann die DONGXii-App als sogenannte White-Label-Lösung nutzen. Heißt: Firmen verwenden zwar die DONGXii-Technik, nennen die App aber anders. So können sie ihre Produkte unter dem eigenen Namen verkaufen und bekommen Unterstützung durch DONGXii. Zudem entwickelt das Start-up digitale Geschäftsmodelle für deutsche Firmen, mit denen sie die chinesischen Konsumenten besser erreichen können, wie zum Beispiel Apps, die in den Messenger-Dienst WeChat integriert werden.

So will Theobald ihrem Ziel näher kommen: Ihr geliebtes China so vielen Unternehmen wie möglich nahezubringen.

Uwe D’Agnone hat in der Kleinstadt Hennef bei Bonn einen umweltfreundlichen Rohstoff für die Papierherstellung entwickelt. Sein Creapaper besteht aus Grasfasern. © Jürgen Jehle/Kammann Rossi

Anfangs konnte D´Agnone bei den Papierfabriken nur wenig Euphorie entfachen. „Die Papierindustrie ist eigen“, sagt er. „Oft bilden Unternehmen den kompletten Produktlebenszyklus ab – vom Wald hin zum fertigen Produkt.“ Doch er gab nicht auf, wandte sich mit seiner grünen Idee an Endverbraucher und hatte mit dem Otto-Versand und Coca-Cola bald die ersten Fans. Für die großen Player ließen sich erste Papierfabriken auf Tests ein. Aus dem Rohstoff von Creapaper produzierten sie zum Beispiel Verpackungen für Coca-Colas Produkt Vio Biolimonade – und waren begeistert.

Heute arbeitet Creapaper mit 21 nationalen und internationalen Papierfabriken zusammen. „Hollands bekannteste Fabrik stellt zum Beispiel die Papp-Eier-Kartons her. Heute bestehen die zu 50 Prozent aus unserem Produkt“, sagt D´Agnone stolz. Auch Fabriken aus Italien, Österreich und der Schweiz gehören zu Creapapers Kunden. Nun blickt D´Agnone nach Asien, Südamerika und in die USA. „In Brasilien könnten Landwirte aufgrund der Wetterbedingungen bis zu sieben Mal mehr Heu ernten als hierzulande“, erklärt er. Sein nächster Plan: Er will die Grasfasern ddirekt im Ausland produzieren – in der Nähe der Papierfabriken und so das Thema weiter internationalisieren. Mit Papier kennt er sich eben aus.