»Alle wollen, dass auf
dem Gelände etwas
Gutes passiert.«

Architekt Mihai Danciu über das Stadterneuerungsvorhaben
Planeta Petrila

Oktober 2022
Interview: Dominik Vorhölter

Blick in die Vergangenheit: Überreste der ehemaligen Mine erinnern an die Kohlegeschichte des Areals. © picture alliance/Epa-Efe/Robert Ghement

Herr Danciu, Sie haben das Projekt Planeta Petrila ins Leben gerufen – eines der größten Stadterneuerungsvorhaben in Rumänien. Was ist Ihr Ziel?

Wir wollen die Region im Bottom-up-Stil reformieren, also vom Bürger zur Verwaltung. Wir wollen so bald wie möglich Arbeitsplätze für die Menschen hier schaffen, die durch ihre Fähigkeiten den Strukturwandel mitgestalten. Unser Projekt zeigt, dass wir hier im Valea Jiului in der Lage sind, unsere Identität zu bewahren und uns gleichzeitig für die Zukunft aufzustellen. Zentraler Schauplatz des Strukturwandels ist die einstige Petrila-Mine, heute ein Industriedenkmal.

Wie soll es dort in fünf oder zehn Jahren aussehen?

Zurzeit werden die Gebäude nur notdürftig repariert, um ihren Zustand zu erhalten. Mittel- und langfristig wird die Bergwerksanlage verschiedene Funktionen haben: Das Petrila-Bergwerk soll zum Museums- und Kulturbereich werden, die Gebäude zu historischen Denkmälern. Auf dem leeren Gelände der ehemaligen Kohleaufbereitungsanlage entsteht ein Industrie- und Gewerbepark, in der Nähe der Eisengrube ein Robotik- und Innovationszentrum.

Was sagen die Menschen vor Ort zu dem Projekt?

Alle wollen, dass auf dem Gelände etwas Gutes passiert, das in erster Linie Einkommen und Arbeitsplätze bringt. Aber die Tatsache, dass es noch keine bestätigten finanziellen Mittel gibt, sorgt für Ungewissheit.

Der Architekt Mihai Danciu ist Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins Planeta Petrila.