Start-up-Kooperationen in der Türkei

Februar 2022
Autorin: Katrin Pasvantis

Istanbul als Drehkreuz

In der Türkei konzentriert sich die Gründerszene zwar noch auf Istanbul, doch das Start-up-Ökosytem im Land wächst: Das Forschungszentrum Start-up Blink listet die Türkei in ihrem Ranking der besten Start-up-Ökosysteme 2021 auf Platz 44 von 100 Ländern. Im weltweiten Städteranking liegt Istanbul auf Platz 69 und in Osteuropa auf Platz 4. Aktuell haben globale Wagniskapitalgeber junge, türkische Techfirmen für sich entdeckt. Der US-Spieleentwickler Zynga hat etwa Peak Games im Juni 2020 für 1,8 Milliarden US-Dollar gekauft. Während sich internationale Investoren meist für reifere Start-ups interessieren, investieren heimische Geldgeber eher in junge Firmen.

220

Anzahl der Investitionen in türkische Start-ups in den ersten drei Quartalen 2021 (exklusive Nature-Stage-Firmen und Unicorns)

825

Milliarden US-$ betrugen die Gesamtinvestitionen in den ersten drei Quartalen 2021 (exklusive Nature-Stage-Firmen und Unicorns)

Delivery Hero erobert die Türkei

Der Essenslieferdienst Yemeksepeti ist ein E-Commerce-Pionier am türkischen Start-up-Himmel. Aus der von vier jungen Leuten 2001 in Istanbul gegründeten kleinen Online­plattform ist ein Unternehmen mit mehr als 20 Millionen Nutzern in 29 Städten geworden. Die deutsche Delivery-Hero-Gruppe erwarb 2015 alle Aktien von Yemeksepeti im Wert von 589 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2019 startete Yemeksepeti mit Lebensmittellieferungen und führte sogenannte Dmarts ein, kleine Lager an strategischen Standorten, die eine Lieferung innerhalb von 15 Minuten ermöglichen. Im September 2021 hat Yemeksepeti einen Technologie- und Innovationshub in Istanbul eröffnet.

Mert Baki führt den Lebensmittellieferanten Yemeksepeti seit November 2021. Mit der deutschen Delivery-Hero-Gruppe im Rücken expandiert das ehemalige Start-up landesweit. Jetzt hat der Lieferdienst sogar einen Innovationshub in Istanbul eröffnet.

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