Zoll kompakt: China

Vorschriften, Formulare und Verbote – der Export deutscher Waren ins Ausland kann kompliziert sein. In unserer Reihe erklären wir die wichtigsten Fakten rund um ein Land. Diesmal: die Volksrepublik China.

März 2017
Autor: Klaus Möbius

Containerumschlag in Yang­shan, 90 Kilometer südlich von Shanghai. Mit dem Tiefwasserterminal stieg die chinesische Wirtschaftsmetropole 2005 zum internationalen Transit­hafen auf.

© Patrick Foto/Fotolia

Abgaben

Die Zölle in der VR China sind relativ hoch, etwa für Wein (14 Prozent), Antibiotika (sechs Prozent), Bekleidung (16 bis 25 Prozent), Druckmaschinen (zehn bis zwölf Prozent), Pkw (25 Prozent), Kfz-Teile (zehn Prozent), Möbel sind zollfrei. Verbrauchsteuern gibt es auf Tabakwaren, Alkoholika, Kosmetika, Luxusuhren, Schmuck, Golfschläger und Bälle, Kraftstoffe und Kraftfahrzeuge. Der Regelsatz der Umsatzsteuer beträgt 17 Prozent. In der VR China gibt es zahlreiche Zoll­freigebiete, darunter zwölf Freihandels­zonen, 15 Freizonen zur Herstellung von Exportwaren sowie vier Freihäfen.

Einfuhrvorschriften

Für die Einfuhr von Lebensmitteln ist ein Pflanzen- beziehungsweise veterinärärztliches Gesundheitszeugnis erforderlich. Für viele Waren gelten Kennzeichnungsvorschriften in der Landessprache (Lebensmittel, Kosmetika, Bekleidung etc.). Für zahlreiche technische Waren ist eine vorherige Zertifizierung (CCC) erforderlich. Verpackungsholz muss der internationalen Norm ISPM 15 entsprechend behandelt und gekennzeichnet sein. Für einige Waren müssen Unternehmen zudem „echte“ Einfuhrlizenzen beibringen. Daneben gibt es sogenannte „automatische Importlizenzen“, die primär der statistischen Überwachung dienen. Diese gelten als erteilt, wenn die Lizenzbehörde nicht innerhalb von zehn Arbeitstagen widerspricht.

Zollabfertigung

Importe müssen vorab angemeldet werden. Im Seeverkehr gilt eine Frist von 24 Stunden vor Verladung, im Luftverkehr von vier Stunden vor Ankunft oder bei Flugzeit unter vier Stunden bei Abflug. Die Kommunikation läuft elektronisch über das China-E-Port-System. Neben der chinesischen Zollverwaltung sind das Wirtschafts- und das Finanzministerium sowie Kontrollbehörden (zum Beispiel AQSIQ) und Zollagenten angeschlossen. Grundsätzlich stehen folgende Abfertigungsmöglichkeiten zur Wahl: Abfertigung zum freien Verkehr, Versandverfahren, vorübergehende Verwendung, Veredelung, Zolllager, Verbringen in ein Zollfreigebiet, Vernichtung, Wiederausfuhr. Unternehmen, die wenig Erfahrung mit der Zollabwicklung in der VR China haben, sollten die Hilfe eines kompetenten Zollagenten in Anspruch nehmen.