Zoll kompakt: Südafrika

Vorschriften, Formulare und Verbote – der Export deutscher Waren ins Ausland kann kompliziert sein. In unserer Reihe erklären wir die wichtigsten Fakten rund um ein Land. Diesmal: Südafrika.

Januar 2019
Autor: Hans-Jürgen Diedrich

Model auf der Joburg Fashion Week im südafrikanischen Johannesburg. Die wichtigste Modemesse des Landes bringt jedes Jahr afrikanische und asiatische Designer im schicken Vorort Melrose Arch zusammen.

© Gallo Images/Kontributor, S.

Abgaben

Südafrika erhebt überwiegend Wertzölle. Für einige Waren gelten spezifische Zölle oder Misch­zölle. Hinzu kommt die Mehrwert­steuer (normal sind 15 Prozent). Als Einfuhrabgaben können anfallen: Verbrauchsteuern auf alkoholische Getränke, Tabak- und Mineral­ölerzeugnisse sowie für bestimmte Luxus­pro­dukte, Umweltabgaben (bestimmte Neufahrzeuge, Plastiktaschen, Glühlampen) und eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke.

Einfuhrvorschriften

Eine Vielzahl von Waren wie Konsumgüter, Lebensmittel, Textilien und Medizinpro­dukte unterliegen besonderen Etikettierungsvorschriften. Es muss grundsätzlich ein Etikett in Englisch oder in einer der elf offiziellen südafrikanischen Landessprachen angebracht sein: an der Ware selbst oder – wenn nicht anders möglich – an der Umverpackung. Von Fall zu Fall ist zu prüfen, ob besondere Etikettierungsvorschriften gelten.

Einfuhrverbote gibt es für Psychopharmaka, Klappmesser, Munition, Sprengstoff, Reproduktionen von urheberrechtlich geschützten Publikationen und Waren, die in Gefängnissen oder Strafanstalten hergestellt wurden. Waren müssen den Sicherheits- und Umweltstandards des South African Bureau of Standards (SABS) entsprechen. Deutsche Zertifikate/Testberichte können dabei anerkannt werden. Der National Regulator for Compulsory Specifications (NRCS) überwacht die Einhaltung der Vorschriften.

Zollabfertigung

Gewerbliche Einführer und Zollagenten müssen in Südafrika bei der Zollbehörde (South African Revenue Service) mit einer Customs Code Number und beim Ministerium für Handel und Industrie mit einer Registration Number registriert sein. Zollagenten sind nur bei ausländischen Wirtschaftsbeteiligten ohne Registrierung/Niederlassung obligatorisch.

Im Rahmen des Preferred-Trader-Programms gewährt Südafrika Unternehmen Erleichterungen bei sicherheitsrelevanten Zollkontrollen und Vorteile bei der Zollabfertigung. Dazu brauchen sie eine Zertifizierung durch die südafrikanische Zollverwaltung. Das Programm ähnelt dem zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten der EU (AEO).

Zur Zollanmeldung gehören: Handelsrechnung (auf Englisch), eventuell mit Packliste, Einfuhrgenehmigung/-lizenz, Präferenznachweise, wenn eine Zollvergünstigung in Anspruch genommen werden soll, Frachtpapiere (Konnossemente oder Luftfrachtbriefe) und sonstige Zeugnisse/Bescheinigungen. Die Einfuhranmeldung zum freien Verkehr und den Zollverfahren erfolgt über Electronic Data Interchange (EDI). Die Zollbehörde heißt South African Revenue Service (SARS).