Zoll kompakt: Vereinigte Arabische Emirate

Vorschriften, Formulare und Verbote – der Export deutscher Waren ins Ausland kann kompliziert sein. In unserer Reihe erklären wir die wichtigsten Fakten rund um ein Land. Diesmal: die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

April 2018
Autorin: Amira Baltic-Supukovic

Bei einem Kamelrennen müssen Kamelführer schnell die Bahn verlassen, sobald es losgeht. Die Tiere werden bis zu 64 Stundenkilometer schnell.

© Frederic Lezmi/laif

Abgaben

Die VAE sind eine Föderation von sieben weitgehend autonomen Bundesstaaten, den Emiraten. Es gibt eine Bundeszollbehörde, die Federal Customs Authority. Zusätzlich hat jedes Emirat seine eigene Zollverwaltung. Zusammen mit Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Oman und Bahrain bilden die VAE den Golf-Kooperationsrat, kurz GCC. Der GCC hat ein gemeinsames Zollgesetz und einen gemeinsamen Zolltarif. Für die meisten Waren beträgt der Außenzollsatz fünf Prozent. Viele Produkte können aber zollfrei eingeführt werden. Der Warenhandel innerhalb des GCC ist ebenfalls zollfrei.

Seit Januar 2018 gilt in den VAE und in Saudi-Arabien eine flächendeckende Mehrwertsteuer, unter anderem für Nahrung, Getränke, Transport, private Gesundheitsversorgung und Immobilien. Der Steuersatz beträgt fünf Prozent und betrifft auch Importe. Bahrain hat angekündigt, die Steuer Mitte 2018 einzuführen, Oman plant sie für 2019

Einfuhrvorschriften

Für einige Waren wie Pflanzen, lebende Tiere oder Arzneimittel sind Einfuhrgenehmigungen erforderlich. Je nach Warenart können bei der Einfuhr weitere Dokumente verlangt werden. Für Pflanzen, Pflanzenteile und Saatgut sind Pflanzengesundheitszeugnisse vorzulegen. Für lebende Tiere und tierische Erzeugnisse ist zudem ein veterinäres Zertifikat nötig. Ein Halal-Zertifikat wird für viele Lebensmittel, Kosmetika, aber auch andere Waren verlangt. Für die Wareneinfuhr in die VAE ist eine Legalisierung der Ursprungszeugnisse und Handelsrechnungen durch die Konsularabteilung der VAE-Botschaft in Berlin erforderlich. Diese Dokumente sind von der zuständigen Industrie- und Handelskammer zu bescheinigen und danach zur Vorlegalisierung bei der Arabisch-Deutschen Vereinigung für Handel und Industrie einzureichen. Die Legalisierung ist gebührenpflichtig.

Zollabfertigung

Folgende Abfertigungsmöglichkeiten stehen zur Wahl: Abfertigung zum freien Verkehr, vorübergehende Verwendung, Durchfuhr (Transit), Reexport und Drawback, Zollgutlagerung und Freizonenverkehr. Messe- und Ausstellungswaren können mit einem Carnet ATA ein- und ausgeführt werden. Die Nutzung des Carnets ist auf die folgenden Zollstellen beschränkt: Dubai Cargo Village, Jebel Ali Customs Center, Dubai International Airport: Terminals 1, 2 und 3, Dubai Airport Free Zone, Al Maktoum International Airport, Hatta Customs Center, Abu Dhabi International Airport und Port Zayed.